Nur noch wenige Wochen bis das brandneue HLF3 in Grafenwörth eintrifft. Für einige Kameraden ist es schon das zweite Mal, dass diese Vorfreude zu spüren ist. Am 26. April 2001 wurde unser, nun schon altgedientes, Rüstlöschfahrzeug (RLF) übernommen, ebenfalls bei der Fa. Rosenbauer in Leonding.
Dass die Feuerwehr Grafenwörth überhaupt ein solches Fahrzeug zugesprochen bekam, war nach heutigem Vokabular „mindblowing“. Davor rückte man mit einem kleinen 1000l-Tanklöschfahrzeug und einem kleinen Rüstfahrzeug aus. Der Plan war, diese auch in ähnlicher Weise zu ersetzen. Dank des persönlichen Einsatzes unseres Bürgermeisters Alfred Riedl konnte aber auf höchster Ebene ein topmodernes RLF für Grafenwörth gesichert werden.
Die besonders gut geförderten Fahrzeuge waren damals die größten Feuerwehrfahrzeuge in Niederösterreich, in Umfang und Ausstattung den beiden Altfahrzeugen deutlich überlegen. Der damals landesweit eingeschlagene Weg zum Universalfahrzeug für technische Einsätze und Brände hat sich schließlich durchgesetzt – das neue HLF3 stellt dazu im Grunde „nur“ eine Optimierung dar.
Die Herausforderungen waren auch damals gewaltig. Das Fahrzeug auf Steyr 18S28 mit Allrad war größer und schwerer als die alten und musste daher von allen Maschinisten neu gelernt werden. Die 2000l Wasser im Tank ermöglichten eine größere taktische Einsatzfähigkeit, die 50kN-Seilwinde war überhaupt ganz neu für die Grafenwörther. Dazu kam der pneumatische Lichtmast und der am Fahrzeug gehalterte neue Stromerzeuger-
Insgesamt kostete das RLFA2000 3,9 Mio. Schilling – die Älteren werden sich erinnern, für die Jüngeren sind das umgerechnet 284.000€. Rund zwei Drittel der Summe wurden aus einer Sonderförderung des Landes NÖ bezahlt, den Rest übernahmen Gemeinde und Feuerwehr, letztere musste dazu auch einen Kredit aufnehmen, der erst Jahre später abbezahlt werden konnte.
Schwer beeindruckt zeigte man sich damals von der Fahrzeugübergabe. Am 11. Mai 2001 wurden insgesamt 35 (!) baugleiche Fahrzeuge in einem großen Festakt im Rahmen des Landesfeuerwehrtags in Tulln übergeben. Am 19. Mai 2001 fand dann die Fahrzeugsegnung vor dem Grafenwörther Feuerwehrhaus statt.
Pater Severin gestaltete die Feldmesse, Ehrengäste waren Landtagsabgeordneter Bürgermeister Alfred Riedl, das Bezirksfeuerwehrkommando vertreten durch Josef Thallauer, Alois Mayer und Herbert Obermaisser, Bezirkshauptmann Peter Partik, Ehrenformationen der Nachbarfeuerwehren und eine Abordnung der Feuerwehr aus der Partnerstadt Grafenwöhr. Die Patenschaft über das Fahrzeug übernahmen Elsa Mares und Roswitha Reinberger. Für sein Engagement, dass noch im letzten Moment diese Sonderförderung auch an unsere Wehr zugesagt worden war, wurde Alfred Riedl zum Ehrenmitglied der Feuerwehr Grafenwörth ernannt.