Vorstellung unseres neuen HLFA3 3000

Rund 600.000€ sind in die Beschaffung des neuen Fahrzeuges der Feuerwehr Grafenwörth geflossen. Für diese Summe bekommen unsere zahlreichen Spender und die Steuerzahler aber auch eine ordentliche Portion Sicherheit geliefert – wie immer von freiwilligen, unbezahlten Feuerwehrleuten! Was genau in dem zukunftsfitten Kraftpaket steckt, möchten wir in diesem Artikel vorstellen.

Das Fahrzeug selbst ist ein MAN TGM 18.320 mit 320PS und ZF-Automatikgetriebe sowie automatisierten Allradantrieb und bringt rund 16.500kg auf die Waage bei einem höchst zulässigem Gewicht von 18.000kg. Per Nebenabtrieb verbunden ist eine Rotzler TR030/70-Treibscheibenseilwinde mit 50kN maximaler Zugkraft und eine Rosenbauer N35-Normaldruckpumpe mit einer Maximalleistung von 3.500l/min zur Löschwasserförderung. Mit einer Besatzung von maximal 7 Feuerwehrleuten geht das Fahrzeug in den Einsatz. Neu ist der freie Raum zwischen Fahrerraum und Mannschaftsraum, der die Kommunikation von Kommandant und Mannschaft vereinfacht. Der leere Platz wird mit einem s.g. „Actiontower“ zur Hälfte befüllt, an dem Geräte für den Atemschutztrupp verlastet sind und ein schnelleres Ausrüsten während der Fahrt erlauben.

Für Licht sorgen eine Nah- und Fernumfeldbeleuchtung sowie ein dreh- und schwenkbarer Lichtmast in LED-Technik. Auch die Blaulichtanlage ist komplett in LED-Technik ausgeführt und daher sehr gut sichtbar. Zu den Blaulichtern an jeder Ecke kommen ein durchgehender Blaulichtstreifen in der Dachreling und insgesamt 6 Blaulichtblitzer (4 vorne, 2 hinten). Im Heck ist außerdem eine Verkehrswarneinrichtung verbaut, die auch Texte wie „Achtung“ oder „Unfall“ anzeigen kann. Alle Komponenten können ohne Starten des Stromerzeugers betrieben werden, was ein lärmschonendes Arbeiten ermöglicht.

Zur Bekämpfung von Bränden können Schläuche an insgesamt 5 Druckabgängen angeschlossen werden – 4 seitlich und einer an der Front. Zusätzlich steht ein formstabiler Schlauch auf einer Schnellangriffseinrichtung im Heck bereit. Im Gegensatz zur Vorgängerfahrzeug ist keine Hochdruckpumpe mehr verbaut, was die Ausbildung etwas vereinfacht und obendrein Geld spart. Am Dach kann ein Wasserwerfer mit einer Leistung von max. 2.400l/min angeschlossen werden, zusätzlich ist eine klassische Schaumausrüstung für Mittel- und Schwerschaum mit an Bord.

Komplett neu ist die Ausrüstung zur technischen Menschenrettung. Hier setzt die Feuerwehr Grafenwörth auf ein Gesamtsystem der Firma Weber Rescue, vollständig in Akku-Technik (eine Kabelverbindung für einen Notbetrieb ist jedoch möglich). Dieselben Akkus liefern auch Energie für die beiden tragbaren Lichtfluter, einen großen Satz an Handwerkzeugen der Fa. Milwaukee und für einen tragbaren Druckbelüfter der Fa. Rosenbauer. Ebenfalls von Fa. Weber Rescue finden sich die Stabilisierungssets „StabFast“ und „StabFix“ am HLFA3, womit Unfallfahrzeuge rasch gesichert werden können.

Vom Altbestand der Feuerwehr Grafenwörth wurden auch einige Geräte übernommen und ins neue Fahrzeug eingepasst. Darunter eine LKW-Rettungsplattform aus Aluminium, ein Greifzug mit 35kN Zugkraft, eine Zahnstangenwinde mit 100kN Kraft und ein 4-teiliges Hebekissenset zur technischen Menschenrettung. Komplett neu sind hingegen die zwei Stück Unterwasserpumpen „Nautilus 8/1“ von Fa. Rosenbauer sowie die Wärmebildkamera Flir K2 (zur Brandbekämpfung und Menschenrettung) und das Mehrgasmessgerät Dräger Xam 2800.

Während der Einschulungsphase steht das bewährte RLFA2000 noch parallel dazu im Einsatzdienst bei der Feuerwehr Grafenwörth, doch schon bald heißt es hier Abschied nehmen, nach 25 Jahren treuem Einsatzdienst mit rund 1.500 Einsätzen. Das neue HLFA3 3000 ist als Weiterentwicklung des RLF-Konzepts für die nächsten 25 Jahre gerüstet – möge es die Grafenwörther Feuerwehrleute stets sicher und unfallfrei ans Ziel bringen!